TSV Weinsberg - SSV Auenstein 3:2 (1:1)


Am Ende der verdiente Lohn


Nach zuletzt einem 1:6 verlorenen Auswärtsspiel in Flein und einem spielfreien Sonntag, stand für den TSV das Spiel der Spiele an. Stets im Gleichschritt wanderte man mit den Gästen aus Auenstein am Tabellenende. Spiel um Spiel verlor man und Auenstein schaffte es gar vor dem TSV Weinsberg den ersten Punkt zu erzielen, sodass man zwischenzeitlich tatsächlich die rote Laterne innehatte. Man zog aber durch das Remis gegen die TSG wieder gleich und auch ohne diese Tatsache war klar: Im Spiel Weinsberg gegen Auenstein geht es im direkten Duell um sehr viel, inbesondere kurz vor der Winterpause. Der Druck war also für beide Teams entsprechend hoch.

 

Dies merkte man auch am Spielstil beider Mannschaften in der Anfangsphase. Beide Mannschaften standen sehr tief und riskierten wenig. Weinsberg hatte jedoch mehr vom Spiel und konnte immer wieder auf Außen durch den Mann des Spiels Kostia "Koka" Goncharik gefährliche Akzente setzen. Auch auf der rechten Außen konnte Jonas Frisch immer wieder gute Aktionen einleiten. Aber es war wie verhext, der Ball wollte einfach nicht die Torlinie überqueren. Mal scheiterte man am Pfosten, mal an auf der Linie rettenden gegnerischen Grätschen. Die Hausherren hätten hier früh für Klarheit sorgen können. Doch so kam das zu diesem Spielzeitpunkt unvorstellbare: Mit dem ersten Eckball bzw. der überhaupt ersten nennenswerten Aktion der Gäste, fiel das 0:1 auf zu dieser Hinrunde passende Weise. Kurz geschockt musste man beinahe das 0:2 hinnehmen, doch der gegnerische Stürmer scheiterte aus guter Position. Wohl überlebenswichtig für die Blauen, denn das 0:1, das war spürbar, konnte man gegen diesen Gegner aufholen. Zwar fasste Auenstein vom Moment des Tores größeren Mut, aber das eigene Offensivspiel war weiterhin gut. Nach starker Ballstafette war es erneut Goncharik der eine super Flanke auf den im Fünfer freistehenden Carsten Fischer schlug, die jener astrein mit dem Kopf versenken konnte (1:1). Es ergaben sich zahlreiche weitere Chancen, aber in Halbzeit eins sollte kein Treffer mehr fallen.

 

Nach dem Wechsel hatte der TSV die unangenehme Aufgabe, so wie zuvor die Gäste, gegen die extrem tief stehende, blendende Wintersonne anzuspielen. Neben dem gefrorenen Geläuf eines der gegebenen äußerlichen Handicaps dieses Spieltags. Und man startete eher durchwachsen. Für einige Zeit offenbar nicht mehr im Vollbesitz der Kräfte machte man einen Gegner stark. Kapital konnte Auenstein daraus aber zunächst nicht schlagen. Es waren die Gastgeber die in Front gingen, als Daniele Sica einen Ball sehenswert über den Gästekeeper chippen konnte (2:1). Ein dritter Treffer hätte jetzt für Klarheit sorgen können, aber er gelang nicht. Die Quantität der Offensivaktionen der ersten Hälfte war auch nicht mehr vorhanden. Es lief nun tatsächlich der eigentlich schwach spielende Gegner aus Auenstein an und brachte die Weinsberger mehrere Male in Verlegenheit. Die Unsicherheit kam vor allem durch unnötig verursachte Freistöße in Tornnähe auf. Einige Male kam hier Gefahr auf. Und tatsächlich kam der Ausgleich, als nach einem Gewusel im Fünfer ein Mann zu Boden ging und der Schiedsrichter vermutlich zu Recht auf den Punkt zeigte. Torwart Schneider war zwar noch dran, aber der Ball war drin (2:2). Ein Schock. Und es ging weiter. Der Ball war ein weiteres Mal im Weinsberger Tor, jedoch ertönte zuvor die Pfeife des Schiedsrichters wegen Foulspiel. Auch hier vermutlich zurecht. Im richtigen Moment war es jetzt der TSV, der über Sica und dann Goncharik den Ball von außen halbhoch in den Fünfer schlug, wo Delil Özcelik verwertete (3:2). Doch auch das war nicht das Ende. Erneut Gefahr im Weinsberger Strafraum, ein Schuß, ein Handspiel, kein Elfmeter. Die Gäste haderten aus vertretbarer Sicht anschließend mit dem Schiedsrichter, wenn es auch ein Abschuss der Hand aus kurzer Distanz war, zeigen hier sicher einige Referees auf den Punkt. Nach schnellem Kurzpassspiel im Mittelfeld und einem Traumpass von Benni Kaulitzky über 30m, hätte der freistehende Özcelik gar das 4:2 erzielen können, verfehlte aber knapp. Machte nichts, es blieb beim 3:2 und damit dem ersten Saisonsieg der Blauen.

 

Auch wenn Auenstein aus verständlicher Sicht am Ende auf den Schiedsrichter sauer waren, so dürfte nicht entgangen sein, dass spielerisch und von der Chancenanzahl her der TSV dann doch die Nase vorne hatte und demnach kein unverdientes Ergebnis vorliegt. Mit etwas mehr Glück hätte Auenstein etwas Zählbares mitgenommen, aber auch wir hatten in dieser Saison neben Unvermögen auch zahlreiche Male Pech. Insofern war der Schlusspfiff natürlich Balsam auf der Weinsberger Seele und es wurde gefeiert wie bei einem Aufstieg. Zu groß war die Last der Niederlagenserie. Nun geht es in die Winterpause und für die Rückrunde besteht nun die Chance alles aufzuarbeiten, gut zu trainieren und mit durch den Sieg gestärkter Psyche aufzuspielen.

 

Es spielten: Schneider - Siegmann, Klein, Tarba, Orgo - Ablahad, Türk, Fischer (Kaulitzky), Frisch (Özcelik), Goncharik (Bayman) - Sica (Bonkowski)